Geschichten

-Das Loch im Guckaisee

-Die Botschafter der Rhön

 
Die Rhoener Saeuwaentzt
sauwantzt@t-online.de
   
 

 

 

Diese beiden Geschichten hat unser völlig überbezahlter Gohstwriter für Sie ins Netzt gestellt viel Spass

Die Botschafter der Rhoen

 

Das Loch im Guckaisee

Die Geschichte vom Loch im Guckaisee.... ....haben Sie sicher schon mit Spannung im Booklet unserer CD "Ballerwantzt am Guckaisee" verfolgt und fragen sich nun, wie es denn so weiterging, wie die Rhöner Säuwäntzt aus ihrer kompfortabelen Gefangenschaft befreit wurden.

Dieses Geheimniss möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten, doch zuvor sollten Sie erst mal die ganze Geschichte lesen (ätsch, damit hättet ihr nicht gerechnet hää....).

(Ganz eilige können natürlich völlig gegen jede Regel des guten Anstandes jetzt gleich weiter unten kucken, aber wer weiss was denen da entgeht)

 

Nebel waberte über das graue Nass des Sees, der von weltgewandteren Menschen allgemein eher als Teich bezeichnet wurde. Missmutig plagte sich der Caba mit den wiederspenstigen Paddeln des Schlauchbootes ab. Nicht nur der ungewohnte Kraftaufwandt sondern vor allem auch die Kunst der Koordination überforderte den sowieso schon völlig genervten Sänger der berüchtigten Rhöner Säuwäntzt, die von Fachleuten nicht zu Unrecht auch als "Schrecken aller Heimatsänger" bezeichnet wurden.

"Hätte ich das gewusst, hätte ich mich niemals auf so einen Scheiss eingelassen", schimpfte der allgemein als extrem neurotisch bekannte Caba. "Auf so einen Mist fall ich nie wieder drauf rein" nörgelte er ohne Unterlass auf seine beiden Begleiter ein, den stets optimistisch gottergebenen Waschbrettspieler Schrünnesch Christoph, sowie den unverwüstlichen Hasenkistenbassisten Coolen.

Beide waren mit dem überaus nervensägenden Persönlichkeitsprofil des Caba bestens vertraut und nahmen dieses nur noch sehr selten überhaupt wahr. Doch diese Geschichte bildete wahrhaft den Tiefpunkt in einer unglaublichen Kette immer unfassbarer werdender Erlebnisse die sie mit dem Psychopathen Caba bisher durchgemacht hatten.

Keiner sprach mehr davon wie er einst hochnotpeinlich den neuen afrikanischen Dorfpfarrer in aller Öffentlichkeit, politisch völlig unkorrekt als Neger bezeichnete, weil dies in dörflicher Mundart eine absolut Wertneutrale Bezeichnung für ihn darstellte.

Auch war endlich Gras über die weitverbreitete Geschichte gewachsen in welcher er in seiner grenzenlosen Gier dem verwahrlosten alten Dorfschamanen sein karges Pilzgericht vom Herd weg geklaut hatte. Einige Stunden später, mitten in einem Auftritt vor vielen vielen Leuten, machte sich dann die wahrlich durchschlagende Wirkung bemerkbar. Caba befand sich auf offener Bühne in einem gar schauerlichen LSD ähnlichen Horrortrip, denn das es brauchte schon allerhand gewöhnung das angeblich so angenehm Bewusstseins erweiternde Pilzgericht des Dorfschamanen zu verkraften.

Doch was jetzt geschah setzte all diesem Irrsinn die Krone auf. Caba hatte sich darauf eingelassen sich einen Auftritt in "Naturalien" vergüten zu lassen.

Findige Leute hatten ihm eingeredet, der Auftraggeber sei ein finanziell überaus potenter Kunde und habe sogar ein eigenes Boot. Obwohl kein Mensch dieses Boot jemals genauer beschrieben hatte, entstand in Cabas irrsiniiger Vorstellung eine schneeweisse Yacht mit geblähten Segeln und zahlreichen weiblichen Luxuskörpern in knappen Bikinis.

So war der Auftraggeber auch verständlicherweise ehrer überrascht das Caba, bei der Frage nach der Gage, ganz anbiedernd vorschlug, er könne ihnen doch einfach mal sein Boot als Preis für den Auftritt überlassen. Der verdutzte Auftraggeber war jedoch geistesgegenwärtig genug sofort zu versichern das das doch überhaupt kein Problem sei, er würde sich freuen den dreien damit einen Gefallen tuen zu können.

Natürlich hatte Caba die ganze Sache wieder komplett klar gemacht ohne mit seinen Kollegen Rücksprache zu halten und nun sassen sie in einem Schlauchboot auf den überschaubaren Weiten des Guckeisees.

Die Stimmung war dementsprechen gedrückt. Als ihm das unkoidinierte geplätschere von Caba zu dumm wurde, griff sich Coolen endlich die Ruder und machte seinem Unmut Luft indem er sich derart ins Ruder legte, dass das Schlauchboot eine unheilverheissende Geschwindigkeit annahm. Zu allem Überfluss war der See so klein, dass sich das Boot immer wieder im Kreise drehen musste. Schrünnesch war mittlerweile schon alles egal aber Caba wurde es in zunehmendem Masse schlecht. Dies verschaffte den beiden anderen eine gewisse Genugtuung, doch ällmählich drehte sich das Boot immer schneller.

Selbst bei Coolen stellte sich leichte Verwunderung ein doch er verringerte keineswegs seine Anstrengungen. Da wurde es auf einmal allen Bewusst, es hatte sich ein Strudel gebildet, der an intensität immer mehr zunahm und langsam unvorstellbare Dimensionen annahm. Schrünnesch klammerte sich an das Seil und selbst Coolen stellte seine Ruderei ein. Caba verteilte bereits in heftiger Weise sein Mittagessen in einem unglaublichen Radius. Schrünnesch gelang es als erstem sich darüber klar zu werden was da grade mit ihnen vor sich ging. Er erinnerte sich an die Geschichten die seit ewigen Zeiten über das berüchtigte Loch im Guckeisee erzählt wurden. Die alten sprachen oft voller Furcht von einem grauenhaften Loch im Guckeisee, das schon so manche unschuldige schöne Jungfrau gnadenlos mit sich in die Tiefe gerissen hatte. Sollte dieses Schicksal nun auch die drei ebenfalls unschuldigen Rhöner Säuwäntzt ereilen?

 

Darüber und über noch viele andere unglaubliche Begebenheiten werden Sie mehr erfahren nach einer kurzen Werbepause.

 

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Hörproben direkt hier. (falls es nicht klappt einfach bei Hörbeispiele kucken)

 

Wieder war es Schrünnesch, der als erster zu sich kam. Die anderen beiden lagen noch reglos am Strand. "Ein Strand?" fragte sich Schrünnesch. Wenn ihn nicht alles täuschte, war das letzte was er wahrgenommen hatte, die nebeligen Gefilde des öden Guckeisees. Doch hier befand er sich, oder träumte er das alles nur, an einem paradieischen Strand wie aus einem Neckermann Prospekt. "Mann oh Mann", dachte er, "hier fehlen nur noch ein paar tolle Frauen die Hulla-Hulla tanzen".

Da vernahm er hinter sich eine wunderbare Stimme: "Hallo". Überrascht drehte er sich um und sah gebannt in ein engelgleiches Angesicht umhüllt von langem lockigem Haar. "Wer seid ihr?" fragte er in das holde Angesicht und nahm nun auch wahr, dass die engelsgleiche Gestalt nicht alleine war. Eine dem Schrünnesch nie zuvor begegnete unglaublich grosse Menge schöner Frauen, kam hinter der holden zum vorschein. "Wir sind die Sirenen", gab die Schönheit dem Schrünnesch Antwort. "Hast du noch nie etwas von den Sirenen vom Guckeisee gehört", fragte sie den Schrünnesch, dessen fragender Blick die holde dazu bewegt hatte ihm mehr von sich zu erzählen. Sicher stand der seltsame Fremde, mit seinen noch seltsameren Begleitern noch unter Schock, denn in seinem unschuldigen Gesicht stand nach wie vor ein riesengrosses Fragezeichen.

Klar hatte Schrünnesch schon etwas von Sirenen gehört, er war schliesslich ein ehrenvolles Mitglied der gloreichen Lüttner Feuerwehr, deren vielgerühmte Wettkampfgruppe schon auf so manch einem Wettkampf von sich reden gemacht hatte. Eine Sirene war ein überaus nutzreiches Gerät, welches es natürlich auch in Lütter gab. Doch beim Gedanken an den erbärmlichen Klang den diese verbreitete, kamen ihm beim besten Willen keinerlei Verknüpfungen zu der sanft weichen Stimme und auch dem sonstigen aussehen der anwesenden Damen.

"Sirene?", wiederholte er. "Alles in Stellung!", brüllte Coolen noch im Halbschlaf und warf sich herum. Das Wort Sirene löste bei ihm völlig andere Assoziationen aus. Schnell kam er zu sich und verschaffte sich einen ersten Überblick über die Lage. Diese schien ihm zunächst einmal gar nicht so schlecht, trotzdem blieb er, wie immer auf der Hut. Schon oft hatte er Situationen erlebt in denen der erste Eindruck auf verhängnissvolle Weise Sicherheit verhiess. So schnell liess er sich nicht in Sicherheit wiegen.

Bei wem es mal wieder länger dauerte war Caba. Die gutgelaunten Frauen machten den beiden Säuwäntzten das für diese so selten erlebte Angebot, ihnen zu zeigen wo sich ihre Behausung fand. Gerne nahmen die immer noch etwas verwirrten Rhönesen dieses Angebot an. Coolen hätte keinerlei Skrupel gehabt den Caba liegen zu lassen und ihm einem ungewissen Schicksal zu überlassen, doch Schrünnesch gab nicht auf und versuchte sogar ganz alleine den dummen langen Caba den Strand entlang zu schleifen. Also gab Coolen schliesslich nach und packte den Caba am anderen Bein und schleifte ihn hinter sich her. So ging es eine Weile. Caba hätte es sicher noch längere Zeit ausgehalten durch den warmen Sand gezogen zu werden, hätten seine beiden Kammeraden ihn nicht mit dem Gesicht nach unten durch die Landschaft geschleift. Nachdem sich sämtliche natürlichen Öffnungen im Bereich seines Schädels randvoll mit staubigem, heissen Dünensand gesetzt hatten, kam er mit einem brachialen Kotz-Hust-Anfall zu sich.

Als das erste was er erblickte, eine grosse Menge wunderschöner Frauen war, die sich mit allem was sie hatten verwundert über ihn beugten, entglitt ihm der ergreifende Lobgesang, "Oh Mann, so hab ich mir den Himmel immer vorgestellt". So dauerte es auch noch Tage, nicht bis zur Behausung der Frauen, sondern bis es dem Schrünnesch endlich einigermassen gelang, dem Caba klar zu machen, dass dies zwar ein Paradies aber wohl noch nicht der Himmel war.

Als sie die Höhle der Sirenen erreichten, staunten die drei nicht schlecht als sich die von aussen so schlicht gehaltene Immobilie als eine wahre Luxsussanierung erwies. An Kompfort kaum zu überbieten war auch die Hifi und TV Anlage, mit der die Schönheiten allem Anschein nach nicht viel anzufangen wussten. Dort bissen sich die drei erst einmal fest und waren nicht mehr dazu zu bewegen am Rundgang weiter teilzunehmen. Langweilige Lokationen wie die Küche, der grosse gemeinsame Schlafsaal mit Spiegel an der Decke und das geräumige Badezimmer mit Dampfsauna und Whirlpool, in dem sich die Sirenen täglich für ihre wichtigen Aufgaben fit machten, interessierten die drei abgestumpften Familienväter nicht die Bohne. Stattdessen brach bei den Säuwäntzten im Wohnzimmer gerade Jubel aus denn der nichtsnutzige Caba hatte es gerade geschafft, den sagenumwobenen Premiere Pornokanal glasklar auf dem verstaubten Decoder einzustellen.

Jetzt fehlte nur noch was anständiges zu trinken und ein ordentlicher Schwartemagen und die drei Mannen wären wirklich im Paradies angekommen. Doch wie so oft im Zusammenleben zwischen Männern und Frauen tauchten ganz schnell die altbekannten Spannungen auf. Während sich die Säuwäntzt auf die angekündigte Sendung der Premium Ausgabe, der in Fachkreisen viel diskutierten Mega Compilation der Gina Wild freuten, fingen die Frauen auch schon an zu nerven. Statt die Männer nach all dem Stress mit ein paar guten Happen und was kühlem blonden zu versorgen, bohrten sie ständig mit Fragen nach völlig belanglosem Zeug herum. Wo kommt iht her, wer seid ihr, wie seid ihr hierher gekommen? All diese Frage, die die Säuwäntzt jeden Tag von ihren Frauen und den schreienden Kindern gestellt bekamen. So rutschten die Männer schnell wieder zurück in ihre alten Muster und gaben einsilbige Antworten ohne dabei den Blick von dem sagenhaften Giga Flat Screen zu nehmen auf dem sich die wilde Gina gerade furchtbar damit abmühte einen extatisch Lustvollen Eindruck zu machen.

Es war wie immer. Immer wenn es grade schön wurde, kamen die Weiber und machten einem alles kaputt. So waren die Säuwäntzt auch kein bisschen überrascht, als ihnen die Damen eröffneten, dass sie ab sofort werder zum Schlafgemach noch zum Bad auch nur den geringsten Zutritt hätten. Das juckte die drei allerdings wenig. Schliesslich hatten sie alle schon bei der Bundeswehr im Wald geschlafen und ein Klo brauchten sie schon lange nicht. Als Dorfbewohner hatten sie sowieso keine Probleme damit einfach irgendwo hin zu scheissen.

Um sich für die erlittene Schmach zu rechen, hatte es Caba sogar einmal fertiggebracht und den zickigen Sirenen in die Spülmaschine gepisst. Als er davon ganz stolz seinen Kollegen berichtete, dauerte es wieder eine Weile bis er deren Unmut begriff. Schliesslich wurde ihm klar, dass auch er anschliessend von dem Geschirr aus der Spülmaschine verköstigt wurde. So sank die Stimmung immer mehr auf den Nullpunkt.

Doch da geschah etwas unerwartetes..... .

....wird fortgesetzt

 

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Einen Überblick darüber können Sie sich am ehesten unter unserer Rubrick Produkte verschaffen.

 

 

..... Ja, aber jetzt haben Sie so tapfer alles durchgelesen bis hier hin obwohl sie das alles ja schon als Kurzfassung vom Booklet her kannten.

Aber was soll man da machen, es wäre doch eigentlich jetzt blöd, dass Ende einfach so vorneweg zu nehmen oder?

Wollen Sie es jetzt wirklich schon wissen?

Ganz imErnst?

Na gut, Sie müssen halt selber wissen was Sie wollen. Doch bevor ich Ihnen jetzt die Auflösung verrate und die ganze Arbeit unseres hochbezahlten Gohstwriters zu nichte mache, sollten Sie uns erst mal beweisen, ob Sie überhaupt würdig sind das Ende dieser Geschichte schon vorgezogen zu wissen.

Deshalb können Sie in dem nachfolgenden Rätsel unter beweiss stellen ob Sie ein echter Kenner der Rhöner Säuwäntzt sind als dieser die Ehrung zu teil werden sollte und überhaupt .....

Also los:

Hier geht es zu unserem Rhöner Säuwäntzt Quitz.

Die Botschafter der Rhön

Personen:

ACHTUNG!!!!!!!!!!!

Diese Personenbeschreibung ist NICHT!!! zur Ankündigung der Rhöner Säuwäntzt auf Live Veranstaltungen gedacht! Nutzen Sie für solche Gelegenheiten die Texte auf unserer Rubrick Bilder!

  • Schrünnesch/ Waschbrettspieler der Rhöner Säuwäntzt und Vertreter einer namhaften Staubsauger- Firma
  • Coolen/ (englische Sprachweise gesprochen) Teekistenbassist der Rhöner Säuwäntzt und ehemaliger Söldner bei der Bundeswehr (fanatischer Waffennarr)
  • Caba/ (ausgesprochen: Zaba) maßlos selbstgefälliger, geiziger und feiger " künstlerischer Leiter der Rhöner Säuwäntzt"

Es war einer dieser beschissenen Abende. Es waren kaum Leute gekommen, der Applaus hielt sich in Grenzen und der Wirt hatte schon im Vorfeld des Auftritts signalisiert, aß er bei so schlechter Resonanz die volle Gage natürlich nicht zahlen konnte.

Da stand Caba nun nach zwei Stunden exzessivem gelabere und Gesinge und verruchte hoffnungsvoll in seiner ihm eigenen Selbstüberschätzung aus dem schwergewichtigen Wirt noch rauszuhohlen was zu machen war.
"Ich hab dir doch gesagt mit der Werbung muß ich mich auf dich verlassen könne. Es geht nicht das du satte 20 Plakate bei mir bestellst und wir fahren durchs Dorf und es hängt nirgendwo etwas."
"An der Werbung kann's nicht gelegen haben, ihr seid einfach nicht so bekannt wie du mir weis gemacht hast. Von wegen bekannt durchs fernsehen, diesen komischen regionalsender, den kennt hier eh kein Schwein. Also ich geb' dir 50,-DM für´s Benzin und ihr habt ja auch was zu essen gekriegt und wir machen ein ander mal ne richtig gute Sache" tönte es aus dem geröteten Speckgesicht mit der runzeligen Säufernase des Wirtes.
"Sieh's mal so es war doch für die 7 Leutchen ein schöner Abend, das spricht sich bestimmt rum und einer hätte doch beinahe noch ne CD von euch gekauft".

Da näherte sich langsam aber entschlossen Coolen den beiden. Zu seiner Art gehörte es nie viel zu sprechen, dafür intensiver zuzuhören und die jeweilige Situation sofort zu erfassen und zu analysieren.
Kurze Zeit lauschte er scheinbar unbeeindruckt dem schleimigen selbstzufriedenen Gewäsch von Caba, der offenbar immer noch nicht erkannt hatte, daß mit dem Wirt genausowenig ein Geschäft zu machen sei wie mit Theo Weigel.

Die beiden ins Gespräch vertieften Kontrahenten bemerkten so auch nicht das sich Coolen so als wäre er niemals da gewesen wieder vom Gefechtsfeld entfernte.
Erst als die ersten Schreie auf dem Gang hallten, wachte Caba wieder auf. Er hatte gerade wieder in einen Endlosen Monolog über die Großtaten, seiner so einzigartigen Kapelle, angesetzt, als Rauch und beißender Gestank sich breit machte. Entsetzt erging der Wirt sich in große Geschäftigkeit, worüber er den maßlos eitlen kleinen Musiker vergaß und stehen ließ.

Caba war sofort klar, dahinter konnte nur Coolen stecken. Sicher handelte es sich auch nicht um ein Feuer, sondern eher um eine von Coolens Nebelgranaten.
Nie wußte man was er wirklich alles in seiner scheinbar so unauffälligen Teekiste mit sich führte und es war auch beim besten Willen nicht ungefährlich zu versuchen dies heraus zu bekommen.
Selbst engste Freunde und Verwandte, vermieden es peinlichst, diesem, seinem Heiligtum zu nahe zu kommen. Ohne noch lange zu überlegen, nutzt Caba die Gunst der Verwirrung und machte sich mit einigen Utensilien, die noch finden konnte auf den Weg, unauffällig zu verschwinden.

"Scheiße, gelohnt hat sich der heutige Abend wirklich nicht" dachte er vor sich hin als er so nach und nach einige Aschenbecher, leicht angeschlagenes Eßgeschirr und die Geldbörse der gutaussehenden Bedienung in seine Milchkanne verschwinden ließ.
Ja die Bedienung war wirklich der einzige Lichtblick des Abends, dachte er. Sie sah wirklich nicht schlecht aus, aber irgend etwas in ihrem Aussehen machte ihm Unbehagen. Sie sah jemandem ähnlich, mit dem er nichts gerne zu tun haben würde. Just in diesem Augenblick riß ein Schreck ihn aus den Berechnungen, was das geklaute Geschirr wohl auf dem Flohmarkt bringen würde.

Schrünnesch hatte sich wie immer nach dem Auftritt verpisst, bevor es ans Abbauen ging. Und es stand zu befürchten, daß die einzige gutaussehende Frau des Abends wieder mal dem unbeschreiblichen Staubsaugervertreter Charme des Schrünnesch Christoph erlegen wäre.
"Scheißdreck - ich tu hier was ich kann und der Schrünnesch schraubt bestimmt wieder an den Weibern rum" ging es ihm von Neid geplagt durch sein Künstlerhirn. Kaum hatte er die Tatsache verarbeitet, daß keinerlei Frauen sich für ihn interessiert hatten, da durchdrang ihn ein noch viel schrecklicherer Schreck.

Erbarmungslos kam es ihm nun an wen die Kellnerin ihn erinnerte. Vom entsetzen gepackt machte er sich auf die suche nach Schrünnesch, kehrte aber bald wieder um, nachdem er sich bewußt gemacht hatte, welches künstlerische Genie der Welt wohl verloren ginge, wenn ihn der Wirt wohl erwischen würde.
Inzwischen hatte Coolen, in nüchterner Einschätzung der Situation folgerichtig festgestellt das Caba ihm sicher nicht bei der Kommando Aktion " rettet den Schrünnesch" helfen würde, eher würde er sich noch weiter nach brauchbarem umsehen, wie zum Beispiel erlesene Schnapsflaschen oder alte Pornomagazine. Er hoffte nur das Caba wenigstens rechtzeitig beim Fluchtfahrzeug seien würde.

Aufgrund seiner Erfahrungen auf unzähligen Spähtrupp- Unternehmungen lokalisierte er Schrünnesch gleich zielgenau auf dem Damenklo. Dies war der beste Ort um mit Frauen ungestört ein Verkaufsgespräch, zum Thema Staubsauger und häusliche Hygiene zu führen. Hier war man wirklich ungestört von lästigen Ehemännern und sonstigen Spezialisten, welche zwar niemals einen Putzlappen in der Hand hatten, sich aber immer sehr sicher waren das sie so ein Ding nicht brauchten. Auch hatte die Klo - Zelle als Verkaufsort einen weiteren recht praktischen Grund, denn Schrünnesch konnte, wenn er sich auf die Kloschüssel stellte, der schönen Wirtstochter direkt in die wunderschönen Augen sehen.

Für Coolen stellte die Lokalität allerdings eher ein Problem dar, denn für einen geordneten Rückzug, stand nur eine Richtung zur Verfügung. Mit einem geübten Tritt beförderte er die Scheißhaustür aus den Angeln, so das die schöne Wirtstochter in einer zu unrecht zu stande gekommen Pose auf dem Schrünnesch zum erliegen kam.
Just in diesem Moment, geradezu wie in jeder billigen neuen deutschen Filmkomödien, polterte mit einem dicken Baseballschläger der bereits rotangelaufenen Wirt ins Damenkloo. Sehr um die Unschuld seiner Tochter bedacht, versuchte er ohne von Coolen richtig Notiz genommen zu haben auf direktem Wege zu Schrünnesch voranzu kommen.

Dieses Unterfangen, wurde bereits im Anfangsstadium durch einen gut gezielten Schlag des Coolen auf die von einer langandauernden Leberzirrhose geschädigte Säufernase des Wirtes, zu fall gebracht.
Jedoch hatte er nicht mit dem Auftauchen des Kochs gerechnet, der nun seinerseits bewaffnet mit einem Küchenmesser, daß zweifelsohne im Mittelalter auch als zweihändig geführtes Schwert angeboten worden wäre, wild gestikulierend aus alles einschlug was ihm da in die Quere kam.
"Für dich hab ich mir die Unschuld bewahrt, du verdammtes Miststück und du treibst dich mit so einem miesen kleinen Dorfmusiker hier rum":
Schrünnesch in seiner unschuldigen Art versuchte natürlich sofort die Sachlage richtig zu stellen. Doch die Stellung in die er sich mit der Verlobten des Kochs verfangen hatte, sprach für jeden außenstehenden eine deutliche Sprache.

Durch einen Hieb mit dem Messerknauf zu Boden gestreckt, konnte Coolen momentan nicht weiter ins Kamfgeschehen eingreifen. Da ergriff Schrünnesch geistesgegenwärtig die Düse seines nagelneuen Tigerstaubsaugers, stellte die maximale Saugwirkung ein und Richtete den Saugkopf zielsicher auf den Schwertarm des Kochs. Dieser konnte sich trotz heftigster Gegenwehr, der massiven Saugwirkung des neuen Tiger 2001 nicht erwehren und sein Schwert samt dem dazugehöhrigen arm versank erbarmungslos im Strudel der tödlichen Maschine.

Coolen, der diesen Vorteil sofort für sich zu nutzen wußte, gab sofort und präzise das Kommando zum Aufbruch.
Nachdem er den Koch mit einem alten westrhönesischen Nahkamptrick unschädlich gemacht hatte und den Staubsauger von dem Koch, und den Schrünnesch von der gutgebauten Bedienung befreit hatte, packte er sich den Schrünnesch, samt Staubsauger, sowie diversem Zubehör und verschwand in Richtung Ausgang.
Caba hatte indes in seinem sicheren Versteck, das Signal zu Abrücken gehört und sich schnellstens zum Fluchtfahrzeug begeben.

So stand der alte Pick-up schon mit laufendem Motor bereit, als Coolen mit dem Schrünnesch und allerlei Vorführmaterial der Firma Vorwerk unter dem Arm zum Auto kam und ohne zögern das Steuer übernahm.
Sofort begann die wilde Flucht. Es dauerte auch gar nicht lange, bis die Verfolger schon in Sichtweite kamen.
Schnell wurde der Abstand immer kürzer, denn der vollbeladene Pick-up der Säuwäntzt, konnte keinesfalls mithalten bei dem nagelneuen Mercedes des Wirt´s.
Caba saß unruhig auf dem Beifahrersitz und wünschte das Fahrzeug hätte ein eingebautes Klo, denn in seinen Eingeweiden drückte der Angstschiss mit macht in Richtung Tageslicht.
Der Verzweiflung nahe, schrie er hinaus zu Schrünnesch " Schrünnesch.... die kommen immer näher, du mußt die Strohballen abwerfen!"
"Nein, das kann ich nicht tun." Drang es aus ihm heraus. Er dachte daran mit wieviel Mühe und Liebe er sie einst auf den Höhen des Biosphärenreservats gemacht hatte.
Da erklang auch schon die befehlsgewohnte Stimme des Coolen:"Doooch!"
Schrünnesch hatte keine Wahl. Er nahm einen der Ballen und warf ihn im richtigen Moment auf die Straße.
Der Mercedes hatte keine Chance mehr auszuweichen. Nach kurzem Schleudern, mit anschließendem filmreifen Überschlag, kam er im Straßengraben zu erliegen.
Die Insassen kamen mit leichten Prellungen davon. Allerdings erlitten sie alle eine Retrograde Amnesie, so das sich keiner der Verfolger jemals mehr daran erinnern konnte, warum sie eigentlich die drei netten Herren aus der Rhön mit so atemberaubender Geschwindigkeit verfolgt hatten.
Jedoch hatte die Polizei bereits eine Ringfahandung mit einer Reihe von Straßensperren eingeleitet.
Im Radio konnten die Säuwäntzt die Meldung hören. " ... kam es zu gefährlicher Sachbeschädigung, im Tateinheit mit Brandstiftung und schwerer Körperverletzung.
Die Täter sind mit einem Fahrzeug älterer Bauart flüchtig. Als besonderes Kennzeichen, führen sie mehrere Strohballen, sowie eine Milchkanne, mit der Abfüllnummer...."
" Sie werden uns nicht finden!"Atmete Coolen erleichtert auf.
Caba war angesichts dieser ungewöhnlichen Gefühlsäußerung Coolens sehr verwundert und fragte Schrünnesch, der nun ebenfalls im Fahrerraum platz genommen hatte
"Was meint der damit?"
Schrünnesch hatte sofort begriffen." Sie haben die falsche Abfüllnummer:"
So konnten die Säuwäntzt ungehindert mehrere Straßensperren passieren, ohne Verdacht zu schöpfen.

Als sie im Morgengrauen wieder ihre heimischen Berge erblickten, sank Caba völlig erschöpft, von so viel ausgestandener Angst in sich zusammen und sagte:" Scheißdreck. Warum machen wir so einen Mist hier eigentlich?" Und Schrünnesch antwortete ihm in feierlichem Pathos:" Weil wir die Menschen zum lachen bringen müssen. In dieser kalten Welt ist so wenig Platz für ein kleines Lächeln. Und wir tun es für unser Land für unser großes Ziel, den Menschen unsere friedliche und unkomplizierte Lebensart näher zu bringen" er steigerte sich allmählich immer mehr hinein " nur wenn alle ein bißchen so werden wie wir kann die Menschheit weiterbestehen und die EU Fördermittel ungehemmt weiterfließen.
Wir sind es. Wir sind die einzig wahren Botschafter der Rhön, wir...."

"Was ist eigentlich mit Gage?" fragte Coolen relativ wenig ergriffen:
"Jaaa ihr habt ja mitgekriegt der Wirt ist ein elender Geizhals, ich hab echt getan was ich konnte, aber ich hab nicht mehr wie 300,- aus dem rausgekriegt und ihr wißt ja, ich hab einfach die größte und wichtigste Arbeit auf der Bühne und ich bin nun mal auch verantwortlich für das ganze künstlerische gesamtkonzept und ...."
"Wieviel?" unterbrach Coolen um sich diese altbekannte Litanei für diesen Morgen zu ersparen.
"Also ich geb jedem von euch 20,-DM, schließlich seid ihr ja auch gefahren."
Caba drückte jedem der beiden zwei verkrumpelte 10,-DM Scheine in die Hand und ging, nachdem er noch etwa eineinhalb Stunden lang über die viele Arbeit die immer an ihm hängen blieb lamentiert hatte.

Als er endlich außer Sichtweite war, dachte er sich " die Jungs sind einfach gutgläubig, wie die Rhön Schafe".
Denn er hatte dem Wirt tatsächlich noch 1000,-DM plus 20% Mehrwertsteuer abgepreßt. Zusammen mit dem was das geklaute so auf dem Trödelmarkt bringen würde, hatte sich der Abend so gesehen doch noch gelohnt.

Er lehnte sich zufrieden in den Ledersitz seines nagelneuen 500 SEL Mercedes, der ihm natürlich viel zu schade war um damit zu irgendwelchen Auftritten zu fahren.

In der Zwischenzeit hatten auch Coolen und Schrünnesch abgerechnet. Die beiden wußten natürlich schon lange welche Spielchen Caba mit ihnen trieb.
" So. Hier also erst mal die 3000,-DM, die mir der Wirt noch gegeben hat, als er schon schlief. Dann noch das Geld von den 856 CD´s die wir die letzte Zeit verkauft hatten, das sind...."

Während Caba sich in den Pausen und unmittelbar nach dem Auftritt immer zurück zog und sich der künstlerischen Re creation hingab, verkauften Coolen und Schrünnesch ungehemmt jede Menge CD´s.
Caba wunderte sich zwar manchmal, warum sie insgesamt, noch keine 100 CD´s verkauft hatten aber auf die Idee, das die Beiden schon 5879 Stück ganz geheim nachpressen ließen und auf eigene Kappe ohne GEMA Gebühren (diese sackte Caba natürlich auch ganz alleine ohne zu fragen ein), verkauft hatten, darauf wäre Caba niemals gekommen.

So gingen also alle Beteiligten völlig zufrieden nach hause, in dem Bewußtsein, welche wichtige Aufgabe sie wieder erfüllt hatten, denn sie waren ja die...

... Botschafter der Rhön.

Wie´s weitergeht? Die Fortsetzung erhalten Sie auf Wunsch per E-Mail !


© 1998 by M. Caba

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